Castelfeder, im Südtiroler Unterland zwischen Auer und Montan gelegen, ist ein uralter Kultplatz, von dem eine spezielle, magische Atmosphäre ausgeht.
Anhöhen wie Castelfeder, von denen sich weite Ausblicke ins Tal bieten, wurden in vielen vorchristlichen Kulturen als heilige Orte verehrt. Man vermutete dort den Sitz der Götter. Hier ist man dem Himmel und seinen Bewohnern näher als sonst wo. So findet man auf solchen Hügelkuppen häufig auch Kirchen, Kapellen oder Ruinen. Wie auch jene auf Castelfeder, die Reste der Barbarakapelle, deren Vorgängerbauten bis ins 6. Jahrhundert zurückgehen.

Das verwinkelte Castelfeder erstreckt sich über verschiedene Ebenen, mit ungewöhnlichen Felsformationen und gletschergeschliffenen Riesensteinen. Wie an vielen mystischen Plätzen tauchen in der Landschaft immer wieder mysteriöse Schalensteine auf, Steine mit kleinen runden Vertiefungen. Ihre Funktion ist bis heute nicht geklärt. Es gibt Vermutungen, dass Schalensteine heilige Bezirke kennzeichnen, Orte mit besonderen Erdenergien, oder dass sie Fixierungspunkte darstellen, die bei der Beobachtung von Himmelskörpern und astronomischen Berechnungen halfen.

Um die geheimnisvolle Geschichte Castelfeders ranken sich Sagen und Legenden. Die sogenannten Kuchelen auf der höchsten Erhebung sind letzte Überreste einer frühmittelalterlichen Ringmauer. Die Felsrutsche, die sich an der höchsten Hügelkuppe Castelfeders befindet, gehört zu einem uralten Fruchtbarkeitskult. Steine, die der Mutter Erde geweiht waren, besaßen demnach die Kraft, kinderlosen Frauen zu Nachwuchs zu verhelfen. Aus der glattpolierten Oberfläche lässt sich schließen, dass sie häufig Benutzung fand und an diesem Glauben lange festgehalten wurde.
 
Mysthische Plätze und längst vergangene Zeiten: Castelfeder & die Haderburg